WISSENSWERTES ZUM THEMA “PARFÜM”

18.05.2017 13:20

Die Bedeutung des Parfum

Das Wort Parfüm leitet sich von dem lateinischen Begriff „per fumum“ ab und bedeutet „durch den Rauch“. Bereits vor 5000 Jahren verbrannten die Ägypter Duftstoffe zu Ehren der Götter. Die reichen Ägypterinnen verwendeten damals schon Salben aus Anis, Zitrone und Rosmarin zur Körperpflege. Die exzentrische Kleopatra soll sogar für jeden Teil ihres Körpers ein eigenes Parfüm benutzt haben. Später gelangte das Parfüm über Griechenland und das antike Rom nach Europa. Seit dem 14. Jahrhundert gibt es Parfüms, wie wir sie heute kennen: eine Mischung aus Alkohol und Duftölen. Als Entstehungsort der Duftindustrie in Europa gilt der kleine französische Ort Grasse, der schon im Bestseller „Das Parfum“ von Patrick Süskind eine wichtige Rolle für die Parfümherstellung spielt. Sehr froh über die Erfindung des Parfüms dürften auch die Franzosen gewesen sein, die zu Zeiten Ludwig XIV, des Sonnenkönigs, gelebt haben. Zu jener Zeit wusch man sich nämlich nicht und benutzte schwere Düfte, um stinkende Körperausdünstungen zu überdecken. Pech hatte, wer arm war, denn das Parfüm war ein Luxusgut und der reichen Oberschicht vorbehalten. Übrigens: Da ein übler Körpergeruch zu dieser Zeit als Ursache für Krankheiten galt, betrachtete man Parfüm als Heilmittel. Auch später noch rettete ein Zug aus dem sogenannten Riechfläschchen zarte Damen vor einer drohenden Ohnmacht.

Die Duft-Macher

In der Welt der Düfte sind die Parfümeure fast genauso wichtig wie bei schönen Kleidern die Designer. Und doch sind die kreativen Nasen längst nicht so berühmt wie ihre Kollegen aus der Modeindustrie.Neben Ernest Beaux gehören auch Pierre Bourdin (Davidoff „Cool Water“ und „Good Life“, Dior „Dolce Vita“) und Sophia Grojsman (Calvin Klein „Eternity“, Lagerfeld „Sun Moon Stars“, Lancôme „Tresor“) zu den bedeutenden Parfümeuren der Duftgeschichte. Auf der ganzen Welt gibt es nur etwa 2000 Parfümeure, die meist über Umwege zu ihrem Beruf finden, weil es kaum Ausbildungsstätten gibt. Die weltweit einzige Parfümeurschule ist das „Institut Supérieur du Parfum“ in Versailles. Hier werden die Duftkünstler vor allem trainiert, ihren Geruchssinn und ihr Geruchsgedächtnis zu schärfen. Ein geübter Parfümeur kann bis zu 3000 Duftstoffe unterscheiden. Die vier großen Konzerne L´Oreal, LVMH, Coty und Procter & Gamble beherrschen den Markt, dominieren die Regale der Parfümerien und bestimmen die Preise.

Ein Beispiel von Parfümkunst

Die besten Nasen unter den Duftschöpfern hat der deutsche Unternehmer Thorsten Biehl für sein Projekt „Biehl Parfümkunstwerke“ verpflichtet. Ziel des Projekts ist es, einzigartige, hochwertige Düfte zu kreieren, die in limitierter Zahl auf den Markt kommen: statt Massenduftware echte Kunstwerke, die aus wertvollen Duftstoffen bestehen und auf dem schlichten Flakon nur die Initialen ihres Schöpfers und die Nummer des Parfüms tragen.So duftet beispielsweise „al01“ – der erste Duft des Parfümeurs Arturetto Landi für Thorsten Biehl – betörend nach Himbeere, Basilikum, Sandelholz und Moschus. „gs02“ hingegen – die zweite Kreation des jungen Berliners Geza Schön – verwirrt mit seinem erotischen Duft aus Leder, Ambra, Absinth und Vanille die Sinne. Jeder Duft ist als Unisex-Duft entworfen worden und daher von Frauen und Männern tragbar. Seit 2006 wurden unter den Fittichen der Biehl Parfümkunstwerke 13 Düfte in langwierigen Prozessen hergestellt. Mit dieser Art der Parfümherstellung steht Thorsten Biehl im Gegensatz zu den großen Kosmetikkonzernen wie L’Oréal oder Estée Lauder, die Düfte für eine breite Masse herstellen. Etwa 1000 Düfte umfasst der Parfümmarkt bisher und jedes Jahr kommen zwischen 80 und 100 neue Kreationen hinzu. In der Fülle an Angeboten haben es neue Düfte immer schwerer, sich auf dem Markt durchzusetzen, sie geraten häufig nach einer Saison in Vergessenheit. Alle Düfte der Biehl Parfümkunstwerke sind in ausgewählten Parfümerien erhältlich und kosten zwischen 115 und 140 Euro (100 ml).

Stinkende Inhaltsstoffe

Obwohl Parfüms so wunderbar duften, enthalten viele von ihnen Duftstoffe, die in ihrem „Singledasein“ richtig stinken und wohl als Ladenhüter in den Parfümerien schmoren müssten. So wurde der Duftstoff Ambra (enthalten zum Beispiel in Elizabeth Arden „5th Avenue“ oder Davidoff „Echo Woman“) ursprünglich aus unverdaulichen Mageninhalten des Wals gewonnen, der Duftstoff Zibet (enthalten zum Beispiel in „Gentleman“ von Givenchy) stammt aus der Geschlechtsdrüse der afrikanischen Zibet-Katze und riecht stark nach Fäkalien und der beliebteste Duftstoff Moschus (zum Beispiel in Dolce & Gabbana „Light Blue“) ist ein Sexuallockstoff des asiatischen Rotwilds. Zum Glück müssen heute keine Tiere mehr zur Duftstoffgewinnung herhalten. Fast alle Duftstoffe werden künstlich hergestellt. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass sie länger haltbar sind und die Produktion von Parfüms günstiger machen. Die Herstellung mancher natürlicher Duftstoffe ist nämlich sehr aufwendig. So benötigt man eine Million Jasminblüten, um ein Kilogramm reines Jasminöl herstellen zu können. Hmmm, fein! Beliebte Duftstoffe sind Amber, Rosenöl und Zedernholz, enthalten zum Beispiel in „Chloé“ von Chloé, oder Jasmin und Vanille, zum Beispiel in „Armani Code“ von Giorgio Armani. Sie gehören zu den wichtigsten Duftstoffen in der Parfümherstellung. Aber auch ausgefallene Duftstoffe wie Karamell oder Zuckerwatte sind immer mehr bei der Herstellung von Parfüms gefragt.

Kopf-, Herz- und Basisnote

Der Duft eines Parfüms besteht aus Kopf-, Herz- und Basisnote, die sich nacheinander in drei Phasen entfalten. Die Kopfnote nimmt man an einem Parfüm zuerst wahr. Sie verfliegt nach kurzer Zeit und soll vor allem das Interesse an einem bestimmten Duft wecken. In der zweiten Phase kommt die Herznote zum Einsatz. Sie entfaltet sich zehn Minuten bis eine Stunde nach dem Auftragen und duftet bis zu zehn Stunden. In der letzten Phase entfaltet sich die Basisnote eines Duftes. Sie entsteht aus der Verbindung des Parfüms mit dem individuellen Hauttyp. Parfüms riechen bei jedem Menschen anders, da Faktoren wie der Eigengeruch der Haut, die Ernährung oder Rauchen den Geruch eines Duftes beeinflussen. Sogar die Haarfarbe spielt laut Experten eine Rolle. So sollten Blondinen eher zarte Düfte tragen, während Brünette auch mal zu schweren Düften greifen dürfen. An rothaarigen Frauen riechen schwere Düfte noch intensiver, weshalb sie besonders sparsam beim Auftragen sein sollten.

Was kostet ein Parfüm?

Bei der Herstellung entfallen nach Auskunft eines Branchenexperten 80 Prozent der Kosten auf Marketing und 20 Prozent auf die Produktion des Parfüms. Die Kosten für die Zutaten zu einem Parfüm machen auch bei Markendüften nur einen Bruchteil seines Verkaufspreises aus. Mit Nicole Kidman in der Hauptrolle produzierte Chanel den teuersten Werbespot aller Zeiten mit über 40 Millionen Dollar Budget. Allein die Gage der australischen Schauspielerin soll bei vier bis fünf Millionen Dollar gelegen haben.

Die unterschiede – Extrait Parfüm, EdP, EdT, EdC

Bei den Parfümkonzentrationen und Bezeichnungen gibt es keinen weltweit verbindlichen Standard. Wir orientieren uns in diesem Bereich an den Empfehlungen des Parfümbuches von H&R.
Extrait Parfüm: enthält Duftanteil von 15% bis 30%; der Rest ist ein Gemisch aus Alkohol und Wasser.
Eau de Parfum (EdP): enthält Duftanteil von 10% bis 14%; der Rest ist ein Gemisch aus Alkohol und Wasser.
Eau de Toilette (EdT): enthält Duftanteil von 6% bis 9%; der Rest ist ein Gemisch aus Alkohol und Wasser.
Eau de Cologne (EdC): enthält Duftanteil von 3% bis 5%; der Rest ist ein Gemisch aus Alkohol und Wasser.
Es liegt auf der Hand dass die hohen Parfümkonzentrationen teurer sind als die niedrigen. Allerdings ist es in der Regel so, dass gerade die Extrait Parfüms das meiste an Duftstoff fürs Geld bieten. Welche Parfümkonzentration man sich nach reiflicher Überlegung zulegt, ist letztendlich eine Frage des Budgets, das man zur Verfügung hat. Ein weiteres Entscheidungskriterium könnte vielleicht die Frage sein, ob man mit einer relativ günstigen, aber großen Flasche Eau de Toilette das Gefühl hat, verschwenderischer mit einem Flakon umgehen zu können, als wenn man ein kleines, aber teureres Fläschlein vom hochkonzentrierten Extrait Parfüm wählt.

Was sind Duftöle die aus tierischen Quellen gewonnen wurden?

Der wohl populärste tierische Duftstoff ist der Moschusduft. Er stammte ursprünglich aus den so genannten Moschusbeuteln des asiatischen Rotwilds. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er aber durch einen naturidentischen oder auch synthetischen Duftstoff ersetzt. Dieser naturidentische Moschusduft wurde sowie einige andere synthetische moschusartige Duftstoffe wegen des Verdachts auf Krebserregung nicht mehr verwendet. Aber auch die heutigen moschusartigen Duftstoffe, die polyzyklischen Moschusverbindungen stehen im Verdacht gesundheitsschädigend zu sein. Weitere tierische Duftstoffe, die in der Parfümherstellung verwendet wurden stammen aus Sekretdrüsen der Zivetkatze oder des nordamerikanischen Bibers. Es wurden auch Sekrete bestimmter Walarten verwendet. Nicht zuletzt aus ethischen Gründen ist die Parfümherstellungsindustrie stets bemüht, tierische Duftstoffe synthetisch herzustellen. Ein in Bezug darauf weniger problematischer Duftstoff kann aus den Waben der Honigbienen destilliert werden.

Was sind natürliche Duftöle?

Natürliche Duftöle werden seit jeher aus Pflanzen gewonnen. Sie dienen in der Pflanzenwelt zur Verteidigung gegen Angreifer oder zur Anlockung von Insekten zur Bestäubung. Es werden die unterschiedlichsten Pflanzenteile verwendet. Von Blüten, Blättern bis zu Hölzern kann aus allem aromatisches Öl gewonnen werden. Als Quelle von aromatischen Substanzen dienen z.B. Blumen, wie Rosen, Orchideen oder Jasmin. Auch Gräser, wie Krokusgras, Zitrusfrüchte und Samen, wie Koriander, Kakao können genutzt werden. Auszüge aus der Rinde des Zimtbaumes, aus Hölzern, wie Sandelholz sind in vielen Parfüms enthalten.

Was sind synthetische Duftöle?

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden synthetische Duftstoffe entwickelt. Natürliche Duftöle wurden ursprünglich ausschließlich aus pflanzlichen oder tierischen Materialien gewonnen. Diese einzelnen Substanzen, die in natürlichen Duftstoffen enthalten sind, können identifiziert und im Labor chemisch nachgebaut werden. Die chemisch nachgebauten Duftstoffe werden für die Entwicklung neuer Düfte verwendet. Es gibt heute eine Reihe von synthetischen Düften, die keinem in der Natur vorkommenden Duft ähnlich sind. Synthetische Duftstoffe haben eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Einige Vorteile sind, die längere Haltbarkeit der synthetischen im Vergleich zu den natürlichen Duftstoffen. Die Gewinnung von Duftstoffen mit tierischer Herkunft wird überflüssig, und synthetische Duftstoffe zeichnen sich durch einen günstigeren Preis aus. Allerdings stehen sie auch im Verdacht, sich auf den Organismus schädlich auszuwirken.

Wie wird Parfüm hergestellt?

Im Prinzip werden aromatische Substanzen gewonnen und in Alkohol und destilliertem Wasser gelöst. Es gibt zur Gewinnung der aromatischen Substanzen eine ganze Reihe von unterschiedlichen Herstellungsmethoden wie z.B. die kalte Enfleurage, die warme Enfleurage (Mazeration), die Destillation, die Expression und die Extraktion mittels Lösungsmittel.

Was versteht man unter Destillation?

Diese Methode eignet sich vor allem für weniger empfindliches pflanzliches Material (z.B. Hölzer und Kräuter). Dem pflanzlichen Material wird durch Wasserdampf die aromatischen Duftstoffe entzogen. Der Wasserdampf nimmt sie mit und wird aufgefangen. Anschließend wird aus dem entstandenen Kondenswasser das ätherische Öl gewonnen. Die Duftmoleküle werden bei dieser Methode höheren Temperaturen ausgesetzt, weshalb sie weniger schonend ist als die Extraktions- oder Enfleuragemethode.

Was versteht man unter einer "kalten" Enfleurage (Parfümherstellung)?

Die Herstellung von Parfüm durch die kalte Enfleurage, beruht auf der Aufnahme von aromatischen Substanzen, durch geruchsneutrale Fette. Es gibt die kalte und die warme Enfleurage, auch Mazeration genannt. Bei der besonders schonenden aber auch teuren kalten Enfleurage wird eine Glasplatte mit geeignetem geruchsneutralem Fett beschichtet. Anschließend wird darauf das pflanzliche Material, wie z.B. Rosenblätter, auf der Fettschicht verteilt. Innerhalb weniger Tage, sind die aromatischen Substanzen der Rosenblätter vom Fett aufgenommen worden. Die verbrauchten Rosenblätter können so lange durch neue ersetzt werden, bis das Fett die gewünschte Menge an aromatischen Substanzen aufgenommen hat. Bei beiden Arten der Parfümherstellung wird das Fett in Ethylalkohol gewaschen, wodurch die aromatischen Substanzen vom Fett getrennt werden.

Was versteht man unter einer "warmen" Enfleurage, auch Mazeration genannt?

Die Herstellung von Parfüm beruht auf der Aufnahme von aromatischen Substanzen, durch geruchsneutrale Fette. Es gibt die kalte und die warme Enfleurage (Mazeration). Bei der warmen Parfümherstellung wird das pflanzliche Material in erhitztes geruchsneutrales Fett eingebracht (50 - 70 Grad). Wie bei der kalten Enfleurage wird das pflanzliche Material so lange erneuert, bis das Fett die gewünschte Menge an aromatischen Substanzen aufgenommen hat. Bei beiden Arten der Parfümherstellung wird anschließend das Fett, das die aromatischen Substanzen enthält in Ethylalkohol getränkt. Daraufhin gehen die aromatischen Substanzen in den Alkohol über.

Was versteht man unter Expression?

Wie der Name schon sagt, werden die ätherischen Öle (häufig Citrusöle aus Orangen-, Mandarinenschalen usw.) aus der pflanzlichen Substanz herausgepresst. Es ist ein besonders schonendes Verfahren.

Was versteht man unter Extraktion?

Durch die Extraktion wird ein Absolue gewonnen. Absolue ist qualitativ hochwertig und kann sehr teuer sein. Bei der Extraktion werden die aromatischen Substanzen mittels flüchtiger chemischer Lösungsmittel aus dem pflanzlichen oder tierischen Material gewonnen. Der Vorteil hierbei ist, das die aromatischen Substanzen nur niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden.

Lösen Duftstoffe Allergien aus?

Es gibt mittlerweile recht viele Menschen, die unter einer Unverträglichkeit gegenüber Duftstoffen leiden. Natürliche Duftstoffe, wie z.B. ätherische Öle sowie bestimmte Pflanzen wie z.B. Kamillenblüten oder Hafer, sind häufige Auslöser. Vor allem aber stehen synthetischen Duftstoffe im Verdacht, krebserregend zu sein und Allergien auszulösen. Ferner stehen sie im Verdacht, vom Körper und der Umwelt nicht abgebaut werden zu können. Problematisch ist dabei, dass heutzutage kaum ein Parfüm erfolgreich im Handel bestehen kann, das keine synthetischen bzw. naturidentischen Moschuskomponenten enthält.

Stimmt es, dass Menschen, die Pheromone auf der Haut tragen, eine höhere sexuelle Anziehungskraft auf das jeweils andere Geschlecht haben?

Pheromone sind körpereigene Duftstoffe, denen nachgesagt wird, dass sie dem, der sie verströmt eine besondere sexuelle Anziehungskraft verleihen. Bei einigen Tierarten wie z.B. den Schweinen konnte die eben beschriebene Wirkung der Pheromone eindeutig nachgewiesen werden. Sie wird bei der Zucht dieser Tiere auch erfolgreich eingesetzt. Ob Pheromone beim Menschen die sexuelle Anziehungskraft beeinflusst, ist jedoch strittig und noch unbekannt. Es gibt einige Forschungsbemühungen in diese Richtung. Sie haben aber zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt. Es werden im Handel (z.B. im Internet) "Elixiere" angeboten, die Pheromone enthalten sollen. Ob diese Produkte die häufig in Parfümform erhältlich sind, eine tatsächliche Wirkung auf das andere Geschlecht haben, bleibt dahingestellt und ist vermutlich eher eine Frage des Glaubens als des Wissens.

Was ist der FiFi Award?

Die Fragrance Foundation ist eine gemeinnützige Forschungs- und Fortbildungseinrichtung. Sie wurde 1949 von Coty, Guerlain, Elizabeth Arden und Helena Rubinstein in den USA gegründet. 1973 wurde der erste FiFi Award in den USA und 1993 in Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und England für besondere Leistungen innerhalb der Parfümindustrie, verliehen. Dieser Oscar der Parfümindustrie wird einmal jährlich verliehen. Der Name "FiFi leitet sich aus den beiden "F's" der Fragrance Foundation ab.

Kann man erriechen, ob ein Parfüm synthetische oder natürliche aromatische Substanzen enthält?

Nein. Es kann kein Unterschied wahrgenommen werden. Die heutigen Labore sind in der Lage die natürlichen Duftsubstanzen sehr genau künstlich nachzubauen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit um die wahre "Natur" der aromatischen Substanzen herauszufinden. Es ist die Head Space Analyse. Sie ist auch dazu in der Lage, natürliche Duftstoffe in ihre kleinste Struktur zu zerlegen. Diese können anschließend im Labor in nahezu unbegrenzter Menge künstlich nachgebaut werden. Die Methode der Head Space Analyse hat dazu geführt, dass ein Grossteil der heutigen Duftkomponenten künstlich sind.

Gibt es Qualitätsunterschiede unter Parfüms?

Es gibt sehr deutliche Unterschiede in der Qualität. Die Haltbarkeit des Parfüms, die Qualität der enthaltenen Substanzen, sowie die Abstimmung der Kopf- Herz- und Basisnoten entscheiden im Wesentlichen über die Qualität eines Parfüms. Grundsätzlich kann nicht gesagt werden, dass natürliche besser oder schlechter sind als synthetische aromatische Substanzen.

Warum enthält Parfüm Alkohol?

Durch den enthaltenen Alkohol ist die Hautoberfläche in der Lage, den Duft aufzunehmen. Genauso wichtig ist, dass der Duft durch die Verdunstung des Alkohols in der Umgebungsluft verströmt wird.

Was bedeutet das FL.OZ. auf dem Flakon?

FL.OZ bedeutet Fluid Ounce/s und ist ein nordamerikanisches Maß für Flüssigkeitsmengen. 100ml entsprechen 3,4 FL.OZ.

Was sind Absolues?

Absolues sind natürliche aromatische Substanzen, die aus pflanzlichem Material gewonnen werden. Sie werden mittels flüchtiger chemischer Lösungsmittel aus dem pflanzlichen Material extrahiert. Absolue ist qualitativ hochwertig und kann sehr teuer sein.

Wie lange hält Parfüm auf dem Körper?

Ein Parfüm hat nach ca. 4 Stunden den größten Teil seiner Intensität verloren. Es gibt einerseits qualitative Unterschiede zwischen den Parfüms und andererseits individuelle Unterschiede, wie z.B. unterschiedliche Hautbeschaffenheiten der Personen.

Schon gewusst?

Fast die Hälfte aller Frauen verwendet täglich ein Parfüm und jede zweite Frau bekommt ihr Parfüm geschenkt. Frauen können außerdem besser riechen als Männer. Das weibliche Hormon Östrogen beeinflusst ihre Geruchsnerven. Josephine, die Geliebte Napoleons, soll verrückt nach Moschus gewesen sein. Napoleon hingegen hasste diesen Geruch. Als er Josephine wegen einer anderen Frau verließ rächte sie sich hinterlistig, indem sie die Räume des Kaisers mit dem Duft durchtränkte. Sie blieb dem Kaiser damit wohl für lange Zeit im Gedächtnis: Kaum ein Duft hält sich länger als Moschus. Ein zeitloser Klassiker der Duftgeschichte ist Chanel „N° 5“. Hollywoodgrößen wie Catherine Deneuve warben bereits für das Duftwässerchen. Auf die Frage, was sie im Bett trage, antwortete Marilyn Monroe einst keck: „Ein paar Tropfen Chanel N° 5.“ Ob das Parfüm „Eau de Stilton“ jemals ein Duftklassiker wird ist fraglich. Zumindest ist es das erste Parfüm der Welt, das nach Käse duftet. Die Hersteller des britischen Käses Stilton möchten mit diesem ungewöhnlichen Duft mehr Kunden für ihr Produkt begeistern. Ob nun eine Euphorie unter den Käse-Fans ausbricht? Immerhin soll das Parfüm dank seines erdigen und fruchtigen Aromas besonders gut zu tragen sein. Das teuerste Parfüm stammt aus dem Hause „The Crown Perfumery“ des britischen Designers Clive Christian. Der Duft „N° 1 – Imperial Majesty Edition” wird in einen Flakon aus Baccarat-Kristall gefüllt, der so schwierig herzustellen ist, dass jedes dritte Fläschchen misslingt. Dadurch erklärt sich der stattliche Preis von 195.000 Euro pro Flasche. Weltweit gibt es zehn Flakons von dem edlen Elixier und wer einen davon erwerben möchte, wird zuerst einmal höflich um eine Anzahlung von 50 Prozent des Kaufpreises gebeten. Solch ein kostbarer Duft hätte vermutlich auch dem zarten Näschen von Königin Kleopatra gefallen. Sie verstand es, Düfte für ihre Zwecke einzusetzen. Als sie Marcus Antonius auf ihrem Schiff empfing, soll sie die Segel parfümiert haben. Kein Wunder, dass der Römer – so betört – ihren Reizen erlag. Doch nicht jeder Nase schmeicheln diese Wohlgerüche. In den USA gibt es eine Bewegung für einen duftfreien Arbeitsplatz. Und auch in Japan gilt Parfüm am Arbeitsplatz als unhöflich und aufdringlich.Wundern sie sich nicht, wenn ihr Nachbar in der U-Bahn wie ein kleiner Gummibär riecht. Auch von Haribo gibt es unter dem Firmennamen „Trader B’s Merchandising“ ein Parfüm. Der Duft hört auf den Namen „Baer“ und wurde seit 1996 1,6 Millionen Mal verkauft.

Tipps zum Umgang mit Parfum

Parfum vor dem „Kippen“ bewahren. 
Lagern Sie Parfüm an einem dunklen und kühlen Ort, damit es seine Intensität behält. Eau de Cologne und Eau de Toilette können Sie auch im Kühlschrank aufbewahren. Parfüms halten sich ab dem Zeitpunkt der Herstellung zwischen einem und drei Jahren, ohne ihre Intensität zu verlieren. Bekommt ihr Parfüm eine dunkle Färbung und riecht säuerlich, hat es seine Haltbarkeit überschritten und Sie sollten es wegwerfen.

Dufterlebnis verlängern. 
Die Intensität eines Parfüms hängt entscheidend von der Beschaffenheit der Haut ab. Sehr trockene Haut speichert die aromatischen Substanzen nicht so gut wie fettigere Haut. Hilfreich kann vor der Verwendung eines Parfüms, das Auftragen einer Hautlotion sein. Eine besondere Anmerkung: Wenn man ein Parfüm trägt, erhöht es dessen Intensität, wenn man zuvor etwas Fettiges oder Scharfes isst. Haare sind sehr gute Duftträger, da ihre Oberfläche verhältnismäßig groß ist und sie den Duft erst nach und nach abgeben. Allerdings enthält Parfüm einen hohen Anteil an Alkohol, der wiederum schädlich für die Haarstruktur sein kann.

Duft neutralisieren. 
Sollten Sie einmal doch versehentlich überdosiert haben, so gehen Sie einfach mit etwas Zitronenschale darüber. Vorsicht: Bei empfindlicher Haut können gespritzte Zitronen Hautirritationen auslösen!

Parfum auftragen – aber wo und wie?
„Parfümieren Sie sich da wo Sie gerne geküsst werden möchten“ Die besten Stellen sind da wo der Puls deutlich zu spüren ist: Also die Schläfen, die Handgelenke, am Hals, an den Ohrläppchen, an der Brust und am Bauchnabel. Am besten geht man von unten nach oben vor, da die Duftmoleküle immer nach oben steigen. Am besten tragen Sie Parfüm direkt nach dem Duschen oder Baden auf, denn warme Haut nimmt einen Duft besonders gut auf. Reiben Sie die Handgelenke nicht aneinander. Dadurch werden Duftmoleküle zerstört und das Parfüm riecht nicht mehr so intensiv.

Abwechslung ist wichtig. 
Wenn Sie ein Parfum über einen längeren Zeitraum tragen, gewöhnt sich Ihre Nase an den Geruch und verliert, dank Ihrer subjektiven Wahrnehmung, immer mehr an Intensität. Dies veranlasst viele Menschen dazu die Dosis unbewusst – langsam aber stetig – zu erhöhen. Diesem Gewöhnungseffekt können Sie vorbeugen, in dem Sie öfter einmal Abwechslung in Ihren Duftalltag bringen.

Lernen Sie Ihren Duft kennen, bevor Sie ihn öffentlich tragen. 
Edle Parfums verfügen über einen Duftverlauf, was bedeutet das sich der Geruch des Parfums über die Stunden hinweg wandelt. Bei manchen sind es nur Nuancen, bei anderen wiederum entstehen eklatante Unterschiede. Wenn Sie ihn vorher in Ruhe zu Hause testen, erleben Sie keine Überraschungen.

Eau de Parfum, Eau de Toilette, Eau de Cologne – Wann ist welches zu wählen? 
Für den normalen Arbeitsalltag empfehlen sich von der Intensität her Eau de Toilette und Eau de Cologne. Zum abendlichen Ausgehen dürfen gerne Eau de Parfums oder höher konzentrierte Varianten getragen werden. Generell ist es ein guter Tipp vollmundige und üppige Parfums eher für die Abendstunden zu wählen und ein Eau de Cologne zur alltäglichen Erfrischung zwischendurch zu nutzen.

Es muß nicht immer der Körper sein. 
In Parfüm baden? Geht auch, aber bitte nur dezent. Ein wenig Parfüm im Badewasser verleiht der Haut einen zarten Duft. Dem Waschwasser beigefügt, bekommt auch Ihre Wäsche eine ganz persönliche Duftnote. Wollen Sie Ihre Wohnung einmal von den Ikea-Vanilleduftkerzen befreien, können Sie etwas Parfüm entweder auf eine Glühbirne im Raum oder auf ein Taschentuch sprühen und es auf die Heizung legen. Durch die Wärme von Glühbirne oder Heizung verteilt sich der Duft im ganzen Raum. Wie auf der warmen Haut.

Wie finde ich einen Duft, der zu mir passt? 
Wollen Sie einen neuen Duft kaufen, tun Sie das morgens. Dann ist Ihre Nase noch ausgeruht, während sie abends nach den unzähligen Gerüchen des Tages oft nichts mehr wahrnehmen kann. Mehr als fünf Düfte sollten Sie pro Parfümeriebesuch nicht ausprobieren, da Sie sonst Ihre Nase überfordern. Sprühen Sie ein neues Parfüm zum Testen direkt auf Ihre Haut. Weil der Duft sich mit der Haut verbindet, riecht Parfüm am eigenen Körper immer anders als auf einem Duftkärtchen.

Kann man zwei oder mehrere Parfüms gleichzeitig tragen? 
Man kann problemlos Düfte gleichzeitig benutzen. Allerdings sollten sie auch zueinander passen. D.h. sie sollten die gleichen Dufteigenschaften wie z.B. leicht und blumig, haben. Handelt es sich um eher schwere Düfte, so kann sich diese Eigenschaft unangenehm verstärken. Gleichzeitig sollte man jedoch bedenken, dass andere Pflegemittel wie z.B. Cremes und Deodorants und vor allem Haarsprays ebenfalls Duftstoffe enthalten. Dadurch kann der so entstandene "Duftmix" auf dem Körper, leicht überladen und aufdringlich wirken. Besser ist, aufeinander abgestimmte Körperprodukte zu verwenden. Dadurch wird der Duft auch haltbarer.

Tipps für Männer
Was ist bei Herrendüften zu beachten? 

Im Bereich der Herrendüfte ist das Eau de Toilette in Bezug auf die Konzentration des Duftöls meist mit dem Eau de Cologne gleichzusetzen. Beide enthalten 5 bis 10 % Duftöl. Das After Shave hat einen geringeren Duftölanteil als die zuvor genannten.
 

Was ist ein Aftershave? 
Der Duft eines Aftershaves hält auf der Haut ca. 2 bis 3 Stunden. Es gibt Aftershaves in Form einer Lotion oder eines Balsams. Vor allem das Aftershave in Form eines Balsams enthält im Gegensatz zum Eau de Toilette, Inhaltstoffe die die Haut pflegen und sie vor Irritationen schützt. Was sollte man als Mann bei der Benutzung eines Eau de Toilettes bedenken? 
Ein Herrenduft sollte auf keinen Fall direkt im Gesichtsbereich aufgetragen werden. Dies könnte Hautirritationen hervorrufen. Geeignet sind hingegen die Arme, der Oberkörper oder auch die Haare.

freundin.de


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